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Anergienetz St.Gallen

Im Kanton St. Gallen wird seit Ende 2019 das erste Anergienetz betrieben: Im Industriegebiet zwischen St.Gallen-Winkeln und Gossau Ost wird überschüssige Abwärmeenergie in ein Netz gespiesen. Diese Wärme nutzen andere Industrieunternehmen – in Zukunft sollen auch angrenzende Wohngebiete profitieren.

«Anex deckt im Kollektiv ein breites Spektrum ab. Sie vernetzen die individuellen Kompetenzen der Mitarbeiter und stehen neuen Ansätze offen gegenüber. Was ich sehr schätze: Das Engagement der Mitarbeiter, die Flexibilität und der persönliche Kontakt.»

Simon Schoch
Geschäftsführer energienetz GSG AG

Im Jahr 2011 schlossen sich der Industrie- und Gewerbeverein St.Gallen-West (IVW), die Handels- und Industrievereinigung Gossau (HIG), die Städte St.Gallen und Gossau, die Gemeinde Gaiserwald und die Energiefachstelle des Kantons St.Gallen zusammen und gründeten gemeinsam das «energienetz GSG».

Das energienetz GSG verfolgte das Ziel, im Industriegebiet Gossau, St.Gallen und Gaiserwald – kurz GSG – die Energie- und Ressourceneffizienz zu steigern.  Dies einerseits durch die Vernetzung und den Austausch der Vertreter der über 30 Mitgliedfirmen sowie einen gezielten Know-how-Aufbau zu verschiedenen Energiethemen durch interne und externe Fachbeiträge. Andererseits sollte die Möglichkeit geprüft werden, durch eine thermische Arealvernetzung die Abwärmepotenziale industrieller Prozesse nutzbar zu machen.

Zu diesem Zweck gründeten die lokalen und regionalen Energieversorger ein Konsortium, welches die Projektentwicklung vorantrieb. Anex unterstützte dieses Konsortium von Beginn an in der Strategieentwicklung und der Planung des Anergienetzes.

Rund sieben Jahre später, 2019,  wurde aus dem Konsortium die «energienetz GSG AG» gegründet, welche für die Realisierung und den Betrieb des Wärmenetzes zuständig ist. Die Aktionäre sind die Städte Gossau, St. Gallen und Gaiserwald sowie die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK).

Zusammenführen, was zusammengehört

Das Anergienetz wurde im Herbst 2019 in Betrieb genommen. Überschüssige Abwärme aus den Kühlprozessen des Fleischverarbeiters Ernst Sutter AG, welche zuvor grösstenteils an die Umwelt abgegeben wurde, wird nun in ein rund ein Kilometer langes Rohrsystem geleitet. Von dieser ins Wärmenetz geführten Energie profitieren aktuell andere Grossbetriebe auf dem Industrieareal Winkeln – die Altmetall- und Recyclingverarbeiter Schläpfer AG, der Schleifmaschinenhersteller Steinemann Technology AG und die City Garage AG. Sie alle substituieren über 90% des bisherigen Heizölverbrauchs durch die Abwärmenutzung mittels Wärmepumpe. Das Netz soll weiter ausgebaut werden und in Zukunft sollen auch angrenzende Wohngebiete mit Abwärme aus der industriellen und gewerblichen Prozessen versorgt werden.

Fossile Energieträger erfolgreich substituiert

Mit dem derzeitigen Ausbau des Wärmenetzes werden jährlich rund 180'000 Liter Heizöl und 480 Tonnen CO2 eingespart. Dies entspricht dem Bedarf von ca. 360 Neubau-Wohnungen. Für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 sind übergeordnete energetische Vernetzungen dieser Art für eine nachhaltige Energieversorgung ausschlaggebend.

Auftraggeber

energienetz GSG AG

Kennzahlen

- Steigerung der Energieeffizienz

- Reduktion der Treibhausgasemissionen

- Lokale Wertschöpfung

Projektdauer

2011 - 2020

Leistungsumfang Anex Ingenieure AG

- Strategieentwicklung

- Machbarkeitsstudie

- Vorprojekt

- Bauherrenberatung

- Anlagen- und Funktionsbeschrieb

- Ausschreibung der Anlagen

- Qualitätskontrolle in der Ausführung

Resultate

- Steigerung der Energieeffizienz durch Vernetzung

- Reduktion der Treibhausgasemissionen

- Lokale Wertschöpfung

Mitarbeiter
Matthias Kolb

Gesamtprojektleitung, Qualitätskontrolle

David Elmer

Energieplanung

Reto Storz

Energieplanung, Planung Leitungsnetz

David Weibel

Ausschreibung


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