25. Januar 2022

Churwalden's Energieversorgung ist klimafreundlich

Die Region Chur ist mit IBC Energie Wasser Chur AG auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieversorgung. Bereits seit mehreren Jahren baut die IBC ihr Versorgungsnetz aus, wobei erneuerbare Energiequellen, wie beispielsweise Holzschnitzel, eingesetzt werden. Im November 2021 wurde die Energiezentrale «Witiwäg» in Churwalden fertiggestellt und in Betrieb genommen, von wo aus der Wärmeverbund «Churwalden» betrieben wird.

Mehr als die Hälfte der Einwohner und Einwohnerinnen von Churwalden sollen in Zukunft mit erneuerbarer Energie für Heizung und Warmwasser versorgt werden. Diese wird aus der Verbrennung von Holzschnitzeln, welche aus dem regionalen Wald stammen, gewonnen. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft.

Anex hat die IBC in der Umsetzung dieses Vorhabens unterstützt und war für die Ausschreibungen sowie die Ausführung bis und mit Inbetriebnahme der technischen Ausrüstung der Energiezentrale verantwortlich.

Ein Interview mit Ingmar Barsch, Projektverantwortlicher seitens IBC sowie Andreas Stucki, Gesamtprojektleiter Anex, gibt Einblick in die technischen Finessen sowie die Perspektiven des Fernwärmeverbundes.

Die Technikzentrale Witiwäg beherbergt einen grossen Holzheizkessel und Wärmespeicher inklusive der ganzen hydraulischen Verrohrung und Regeltechnik. Gibt es ein Konzept, wie die verschiedenen Lasten – zum Beispiel zu Spitzenzeiten oder im Sommer, wenn nicht geheizt wird – ausgeglichen werden können?

Ingmar Barsch: Den Hauptprimärenergieträger bildet Holzhackgut. Hieraus wird im Endausbau mittels einer Zweikessel-Holzfeuerungsanlage die Wärme bereitgestellt. Die Redundanz sowie die Optimierung von Schaltzyklen wird durch einen konventionellen (LNG) Wärmeerzeuger sowie einen Pufferspeicher sichergestellt. Der Speicherladezustand wird mit dem Wärmebezug im Netz abgeglichen und damit die Laufzeit des Wärmeerzeugers optimiert. 

Andreas Stucki: Die sehr unterschiedlichen Kundenbedürfnisse über das ganze Jahr sind die besondere Herausforderung für das Engineering einer derartigen Wärmeerzeugungsanlage.

Dafür haben wir folgende Elemente in die Planung integriert und umgesetzt:

  • modulierbarer Holzheizkessel 30% bis 100% der Nennleistung
  • Spitzendeckung und 100%tige Ausfallredundanz mit Flüssiggas-Kessel
  • grosser Wärmespeicher als Puffer für Spitzenbedürfnisse und für optimale Erzeugung
  • Sequenziert betreibbare Lade- und Netzhydraulik für Teil- und Vollastbetrieb
Als Hauptenergiequelle dienen Hackschnitzel aus den einheimischen Wäldern rund um Churwalden. Was bedeutet das für die Region?

Ingmar Barsch:  Die regionale Wertschöpfung steigert auch die Akzeptanz in der Gemeinde und damit die Unterstützung sowie das Verständnis der Anwohner. Die Bindung zur Nachbargemeinde wird gestärkt und ein energiewirtschaftlicher und ökologischer Mehrwert geschaffen.

Mit dem neuen Fernwärmeverbund Churwalden können die Anwohner und Anwohnerinnen sowie Gewerbe von erneuerbarer Energie profitieren. Das würde bedeuten, dass viele Ölheizungen in naher Zukunft ausser Betrieb genommen werden könnten – was für eine Auswirkung hat das auf den CO2-Ausstoss?

Andreas Stucki: Wenn die Ölheizungen mit der Zeit verschwinden und man mit Energie aus einer nachhaltigen Erzeugung heizen kann, können im Endausbau bis zu 96% CO2-Emissionen eingespart werden.

Wo steht der Fernwärmeverbund im Ausbau heute? Gibt es Pläne für die Zukunft, den Verbund auszubauen, je nach Nachfrage?

Ingmar Barsch: Der Hackschnitzelkessel ist schon bei der Inbetriebnahme zu rund 70% ausgelastet, somit halten wir den Vollausbau innerhalb der nächsten für Jahre für realistisch. Über die bereits erstellten Netzleitungen können Interessenten zeitnah und ohne grossen Aufwand erschlossen werden.

Andreas Stucki: Die aktuelle Ausbaustufe vermag Wärmebezüge bis zu einer Leistung von 2'000 kW und einen Energiebedarf von ca. 3'000 MWh pro Jahr zu decken.
Mit der möglichen Ausbaustufe kann die Leistung auf 3'000 kW und einen Energiebedarf von ca. 6'000 MWh pro Jahr gesteigert werden.

 

IBC Energie Wasser Chur bietet neben erneuerbarer Energie auch noch viele weitere Leistungen an, finden Sie mehr Informationen dazu auf der Website:

IBC Energie Wasser Chur

 

Anex begleitet die IBC seit 2019 bei der Umsetzung der Energiestrategie in verschiedenen Projekten:

Zusammenarbeit mit IBC

Haben Sie Fragen zum Thema Wärmeverbund?

Möchten Sie mehr zum Wärmeverbund Churwalden erfahren? Oder planen Sie ein ähnliches Vorhaben, welches Sie diskutieren möchten oder benötigen Sie eine Zweitmeinung? Ich stehe Ihnen gerne unverbindlich zur Verfügung.

Andreas Stucki
Gesamtprojektleiter / Qualitätsmanager

Eidg. Dipl. Techniker HF Sanitär


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