Wärme, Strom und regionale Wertschöpfung aus Holz
Zusammen mit Simon Salzgeber realisierte Anex eine Holzverstromungsanlage, womit Wärme und Strom für den Wärmeverbund S-chanf-Zuoz erzeugt wird. Anex begleitete das schweizweit einzigartige Projekt von der Machbarkeitsstudie bis zur Realisierung.
Salzgeber betreibt seit 2010 ein stetig wachsendes Fernwärmenetz im Engadin. Aufgrund steigender Nachfrage nach erneuerbarer Energie sowie der Vision einer regionalen Stromproduktion sollte die bestehende Energiezentrale erweitert werden. Anex unterstützte den Auftraggeber mit Wirtschaftlichkeitsanalysen, Variantenstudien und der integralen Fachplanung für Heizung, Lüftung, Sanitär sowie Elektro. Das Ergebnis ist eine leistungsstarke Energiezentrale, die Holz als lokale Ressource effizient nutzt und so die regionale Wertschöpfung stärkt.
Erweiterung eines erfolgreichen Wärmeverbunds
Für die Erweiterung des bestehenden Fernwärmenetzes analysierte Anex die Lastprofile, führte Marktanalysen zu Holzverstromungsanlagen durch und entwickelte ein technisch wie wirtschaftlich tragfähiges Gesamtkonzept. Neben der Energiezentralenerweiterung entstanden eine Altholzlagerhalle zur saisonalen Lagerung, eine Einstellhalle für Fahrzeuge sowie zusätzliche Betriebsflächen.
Die Wärmeerzeugung aus Altholz konnte Anfang 2025 erfolgreich in Betrieb genommen werden, die Stromproduktion folgte im Frühjahr. Der Holzvergaser ging im Herbst 2025 ans Netz. Die vollständige Inbetriebsetzung der Gesamtanlage erfolgte Ende 2025.
Kombination aus Verbrennung und Vergasung
Das Herzstück der Erweiterung bildet eine Altholzanlage mit ORC-Turbine zur Strom- und Wärmeerzeugung. Ergänzt wird sie durch einen Hackschnitzelvergaser mit Blockheizkraftwerk. Die Kombination beider Technologien erlaubt eine flexible Anpassung an saisonalen Wärme- und Strombedarf sowie an Marktveränderungen bei Energieholz, Strom oder Pflanzenkohle.
Die neue Anlage verfügt über eine Feuerungswärmeleistung von 6.9 MW und produziert rund 4 MW thermische sowie 1.2 MW elektrische Leistung. Die Stromproduktion ist an den Wärmeabsatz gekoppelt, wodurch eine effiziente Nutzung der eingesetzten Ressourcen sichergestellt wird. Je nach Jahreszeit werden zwischen 50 und 900 kW Strom ins Netz eingespeist. Ein Grossteil der Stromproduktion erfolgt dabei im Winterhalbjahr, wenn der Bedarf besonders hoch ist. Der Strom wird vor allem dann produziert, wenn er auch gebraucht wird.
Besonders innovativ ist die Möglichkeit zur Produktion von Pflanzenkohle, die als CO2-Senke wirkt und das Potenzial bietet, den Wärmeverbund bilanziell CO2-negativ zu betreiben.
Realisierung unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen
Die Erweiterung der bestehenden Energiezentrale mit zusätzlichen Wärmeerzeugern war mit hohen technischen und baulichen Anforderungen verbunden. Trotz Erweiterung blieb der verfügbare Raum begrenzt und gleichzeitig musste die Versorgung des Wärmenetzes während der Bauphase jederzeit sichergestellt bleiben.
Leuchtturmprojekt für regionale Energieversorgung
Das Projekt zählt leistungsmässig zu den grössten von Anex realisierten Energiezentralen. Die Kombination aus Altholzverbrennung und Holzvergasung mit Stromerzeugung an einem Standort ist in dieser Form einzigartig. Die Ressource Holz wird ganzjährig und bedarfsgerecht eingesetzt, wodurch Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und ökologische Wirkung gleichermassen verbessert werden.
Salzgeber Holzbau S-chanf
- Businessplan und Wirtschaftlichkeitsanalysen
- Machbarkeitsstudie und Variantenprüfungen
- Lastprofilanalyse und Netzsimulation Wärmeverbund S-chanf–Zuoz
- Konzeptentwicklung Holzverstromung (Altholz & Vergasung)
- Fachplanung Heizung, Lüftung und Sanitär der Energiezentralenerweiterung inkl. Nebengebäude
- Elektroplanung in Zusammenarbeit mit HKG Engineering
- Begleitung Bewilligungsverfahren
- Technische und wirtschaftliche Beratung zur thermischen Altholzverwertung
- Vorbereitung Migration Leitsystem
- Erweiterung des bestehenden Wärmeverbunds S-chanf–Zuoz
- Kombination aus Altholzanlage mit ORC-Turbine und Hackschnitzelvergaser mit BHKW
- Feuerungswärmeleistung 6.9 MW
- Produktion von rund 4 MW thermischer und 1.2 MW elektrischer Leistung
- Ganzjährige Wärme- und Stromproduktion aus regionalem Holz
- Potenzial für CO2-negative Bilanz durch Pflanzenkohle
- Erhöhte Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung
Gesamtprojektleiter, Businessplan
Machbarkeitsstudie
Stv. Gesamtprojektleiter, Fachbauleitung
Energieplanung, Netzsimulation, Wirtschaftlichkeitsrechnung
Fachplanerin Heizung
Fachplanerin Lüftung
Fachplaner Sanitär