ZSC-Stadion kurz vor der Eröffnung

Sven Treichl, Gesamtprojektleiter und ZSC-Fan, wollte nicht bis zur offiziellen Eröffnung warten und hat für Anex eine Führung im neuen Stadion organisiert. Im Interview erzählt er von seiner Leidenschaft für die ZSC Lions und was ihn am 200-Millionen-Bau fasziniert. 

Das Bauwerk des englischen Architekturbüros Caruso St. John ist kaum zu übersehen: Die spektakuläre Betonfassade erinnert an einen Theatervorhang und als Hommage an den Puck bestückten die Architekten die Fassade mit zahlreichen runden Fenstern. In Zukunft können dem Schauspiel rund 12‘000 Zuschauer beiwohnen. Wir freuen uns auf die neue Spielsaison, denn bei Anex fiebern neben Sven unzählige Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter der Eröffnung entgegen. Für uns ein guter Grund das Stadion und unsere zukünftigen Sitzplätze genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Was hat dich als Gebäudetechnik-Ingenieur und als ZSC-Fan an der Besichtigung des neuen Stadions am meisten beeindruckt?

Aus fachtechnischer Sicht haben mich in erster Linie die Dimensionen und die Grösse der Anlage beeindruckt. Grosse Projekte dieser Art realisieren wir auch bei Anex, jedoch sind die Anlagen dann zumeist in mehreren Räumlichkeiten untergebracht. Ein derart grosses Eishockey-Stadion zu planen ist mit Sicherheit eine spannende Herausforderung.

Mit den Augen des ZSC-Fans betrachtet, rücken die technischen Anlagen in den Hintergrund. In der neuen Halle sind die Fans viel näher am Eisfeld platziert und werden plötzlich Teil der spielerischen Intensität und Emotionen. Die Nähe zum Spielfeld erachte ich sowohl für die Fans, aber auch für die Eishockeyspieler als grossen Vorteil und als Chance. Deshalb freue ich mich auf die neue Halle, auch wenn der Wegzug aus Oerlikon – die langjährige Heimat des ZSC – sicherlich auch mit Wehmut verbunden ist.

Was hat dich am neuen Stadion überrascht?

Der Video-Würfel mit seinen über 420 Quadratmeter LED-Fläche ist ein Eye-Catcher und europaweit der grösste ausserhalb der NHL. Der Bildschirm wurde speziell für dieses Stadion entwickelt und gebaut.
Eine lustige Anekdote gibt es zum «Zamboni», der Eisbearbeitungsmaschine: Neben der Haupthalle befindet sich auf einer anderen Ebene eine Trainingshalle für die Junioren des ZSC. Der Scheren-Lift, ein speziell für den Zamboni angefertigter Transportlift, befördert die Eismaschine auf die gewünschte Ebene. Dank Intervention des ZSC darf der Fahrer bei der Liftfahrt auf dem Zamboni sitzen bleiben – was einer speziellen Regelung bedarf, da der Lift per Definition ein Transport- und kein Personenlift ist.

Was fasziniert dich am Eishockey-Sport beziehungsweise am ZSC besonders?

Besonders die Schnelligkeit und die Komplexität des Spiels beeindrucken mich am Eishockey. Das Spiel besticht durch sein hohes Tempo, wobei es kein Zu- oder Abwarten für die Spieler gibt, wie dies zum Beispiel beim Fussball der Fall sein kann. In sämtlichen Spielsituationen werden alle fünf Feldspieler benötigt und übernehmen ihre Aufgabe.

Meine Faszination und Begeisterung für den ZSC habe ich wohl dem Zufall zu verdanken. Mit acht Jahren hat mich mein Vater  zu einem ZSC-Spiel mitgenommen. Seither bin ich diesem Club treu geblieben. 

Werden die ZSC den Meistertitel im neuen Stadion holen? 

Meistertitel sind nicht planbar und je mehr man sie sich erkaufen oder erzwingen will, desto grösser ist das Risiko zu scheitern. Im Fitnessraum des ZSC hängt in grossen Lettern der folgende Leitspruch an der Wand: «Harte Arbeit schlägt Talent, wenn Talent nicht hart arbeitet». Die besten Spieler alleine holen den Meistertitel nicht. Nur gemeinsam als Team – mit Einsatz und Loyalität – wird man am Ende belohnt und kann gemeinsame Erfolgserlebnisse feiern. 


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