Neuer Produktionsstandort in Zug für Confiserie Speck

Die Confiserie Speck ist weit über die Region Zug bekannt, nicht nur für ihre Zuger Kirschtorten und das Mandelgebäck Speckli, auch sonst stellt das Traditionsunternehmen Feines in hoher Qualität für den Gaumen her. Vor rund drei Jahren entschied sich die Leitung des Unternehmens für einen neuen Produktionsstandort auf dem Areal Göbli. Mit dem Neubau erhält die Confiserie mehr Produktionsfläche, bessere Platzverhältnisse für Administration und Logistik sowie ein Café mit Einblick in die Herstellung der Köstlichkeiten.

Nach einer rund 18-monatigen Bauzeit ist das neue Produktionsgebäude auf dem Göbli Areal in Betrieb. Der dreistöckige Neubau umfasst neben der Produktionsstätte der Konditorei auch ein Café sowie einen Verkaufsladen, von wo die Besucher durch eine Glasscheibe direkten Einblick in die Herstellung der Backwaren erhalten. In den oberen Geschossen befinden sich Büroräumlichkeiten sowie 14 möblierte Studios zur Vermietung.

Anex hat die Gebäudetechnik vom Vorprojekt bis hin zur Inbetriebnahme geplant und ausgeführt. Im Interview mit Loris Steinmann, Projektleiter Energie, Sanitär und Koordination, erfahren Sie unter anderem, was die Motivation der Bauherrschaft für den neuen Produktionsstandort war.

Der Neubau eines Produktionsgebäudes für eine Confiserie mit hohem Qualitätsniveau ist eine anspruchsvolle Aufgabe – was waren die grössten Herausforderungen in der Planung?

Eine grössere Herausforderung in diesem Projekt war, die verschiedensten Anforderungen auf engem Raum zu planen. Es galt, die ganzen technischen Installationen zweckmässig zu platzieren, so dass unter anderem der Zugang für künftige Wartungsarbeiten garantiert werden kann. Auch den hygienischen Anforderungen musste bei der Planung der offenen Leitungsführung mit knappen Platzverhältnissen Rechnung getragen werden.

Da die Produktion verschiedenste Bereiche umfasst, wie das Backen von Brot, dessen Tiefkühllagerung oder die Herstellung von Pralinés, war es wichtig, die komplexen Temperaturzonen zu verstehen und entsprechend zu planen.

Neben Produktionsflächen, Büros, einem Speditionsbereich sowie einem Café mit Verkaufsfläche, gibt es auch Büros und Wohnungen für die Drittnutzung. Hat diese Mischnutzung besondere Anforderungen an das Projekt mit sich gebracht?

Die Studios im obersten Geschoss sind mit einer Einzelraumlüftung ausgestattet. Die Abluft der Nasszellen musste, aufgrund der hotelähnlichen Anordnung der Zimmer, einzeln über die Fassade ausgeblasen werden. In der Regel wird die Fortluft vertikal über das Dach abgeführt. Da auf dem Dach aber eine Photovoltaikanlage angebracht ist, hatten wir diese Möglichkeit nicht und mussten die Fortluftauslässe horizontal an der Fassade positionieren. In Zusammenarbeit mit dem Architekten und dem Fassadenplaner entwickelten wir ein hinterlüftetes Fassadenelement, hinter welchem sich die Auslässe verbergen liessen.

Auch aus koordinativer Sicht war es nicht immer einfach, sämtliche notwendigen Medien aneinander vorbeizubringen. Aufgrund der verschiedenen Betreiber der Nutzungen (Eigennutzung und Vermietung) musste auch eine sinnvolle Aufteilung der Medien gefunden werden, so dass die Abrechnung möglichst einfach und getrennt voneinander erfolgen kann.

Was sind die Vorteile dieses Neubaus für Speck?

Die engen Platzverhältnisse am alten Standort in der Stadtmitte von Zug verunmöglichten eine Erweiterung der Produktion. Mit dem Bau des neuen Produktionsgebäudes erhält Speck die Gelegenheit, die gesamte Produktion, Logistik und Administration neu zu organisieren und gleichzeitig zu optimieren. Dadurch musste kein längerer Produktionsunterbruch in Kauf genommen werden. Am neuen Standort kann flexibel auf die Bedürfnisse der Bäckerinnen und Bäcker eingegangen werden. Durch die grössere Arbeitsfläche werden die nächtlichen Einsätze in der Backstube fast gänzlich verschwinden. Zudem macht die Zusammenlegung aller Bereiche an einem zentralen Standort auch aus logistischer Sicht Sinn.

Welche Aufgaben hat Anex übernommen?

Wir haben alle Gewerke der Gebäudetechnik, sprich Heizung, Lüftung, technische Kälte, Klima, Sanitär, Elektro und Gebäudeautomation, geplant und ausgeführt. Zudem lief die ganze technische und räumliche Koordination über uns. Darüber hinaus erarbeiteten wir zum Projektstart  hin ein Energiekonzept.

Was sind die Gewinne aus dem Energiekonzept?

Die Bedarfsabklärungen ganz zu Beginn waren sehr wichtig. Mittels Gebäudesimulation wurden die benötigten Leistungen ermittelt. Damit konnten die Anlagen genau auf die Bedürfnisse ausgelegt und Überdimensionierungen vermieden werden. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Effizienz der Anlagen sowie die Betriebskosten aus.

Wir haben unseren Ansatz, so viel Abwärme wie möglich im Gebäude zu nutzen, umgesetzt: Die Abwärme, die aus den Kältemaschinen für die Kühlzellen entsteht, wird für die Raumbeheizung und die Aufbereitung des Brauchwarmwassers genutzt. Überschüssige Abwärme wird in das Netz des Seewasserverbundes Circulago eingespeist. Dieses wiederum liefert die Kälte zum Kühlen.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert bis zu 62 Kilowatt Strom, welcher einen guten Teil des Stromverbrauchs abdeckt. Die Confiserie Speck geht hier mit gutem Beispiel voran. Gerade bei Neubauten ist das Potenzial für Photovoltaikanlagen sehr gross und sollte entsprechend ausgeschöpft werden. 

Haben Sie Fragen zum Projekt Speck?

Möchten Sie mehr zum neuen Produktionsstandort der Firma Speck in Zug erfahren? Oder planen Sie ein ähnliches Vorhaben, welches Sie diskutieren möchten? Ich stehe Ihnen gerne unverbindlich zur Verfügung.

Loris Steinmann
Projektleiter Energie / Sanitär

BSc Energie- und Umwelttechnik


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