Ohne High-Tech geht's nicht – das neue Bettenhaus des KSW ist eröffnet

Ende Januar 2022 wurde das neue Bettenhaus des Kantonsspital Winterthur nach vierjähriger Bauzeit eingeweiht. Das Projekt, welches von der ARGE RA-B Architekten entwickelt wurde, beinhaltet viel Technik. Doch der einladende Spitalbau präsentiert sich mit warmen Farben, wohltuenden Lichtquellen und behaglichen Holzelementen in den Patientenzimmern.

Kilometerlange Elektrokabel, Heizungs- und Wasserleitungen oder Lüftungsrohre. Ein Spital ist eine High-Tech-Stadt und die Medienverteilung die lebensnotwendige Versorgung des gesamten Spitalbaus. Dabei müssen Versorgungssicherheit, Hygiene und Flexibilität stets gewährleistet werden. 

Das neue Bettenhaus wurde von der Arbeitsgemeinschaft RA-B Architekten, bestehend aus Rapp Architekten AG und Butscher Architekten AG, entwickelt und umgesetzt. Anex übernahm vor gut vier Jahren die Fachbauleitung Sanitär und die räumliche Koordination inmitten der damaligen Planung: Wir starteten in der Ausschreibungsphase und führten das Projekt bis zur Realisierung und Inbetriebnahme des Spitals. Eine herausfordernde und anspruchsvolle Aufgabe.

Markus Iten, Projektleiter Sanitär und Koordination, im Interview.
 

Was waren die grössten Herausforderungen bei der Fachbauleitung Sanitär und der räumlichen Koordination?

Bis in die Ausschreibungsphase waren die meisten Installationen der Gebäudetechnik nur zweidimensional dargestellt. Mit der Übernahme des Projektes durch Anex forcierten wir den Wechsel auf ein 3D-Modell. Diese Umstellung hat uns so kurz vor der Ausführung sehr gefordert. Diese Entscheidung hat sich aber gelohnt. Denn viele räumliche Konflikte, wie zum Beispiel falsche Installationshöhen in den abgehängten Decken, wurden erst im dreidimensionalen Modell ersichtlich. Auch mussten wir uns schnellstmöglich in spitalspezifische Themengebiete, wie zum Beispiel die Rohrpost oder Narkosegasabführung, einarbeiten. 

Neben der Planung stellte uns die Fachbauleitung immer wieder auf die Probe. Es war viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit Planenden und den Unternehmern, welche die Montage vornahmen, gefragt. Denn Mängel mussten in dieser Phase zeitgleich behoben werden, damit der Terminplan eingehalten werden konnte. Dies verlangte nach einem straffen Management mit hohem Detailierungsgrad.

Kannst du das Gesamtkonzept kurz erläutern?

Das 50-jährige Bettenhaus genügte den heutigen Anforderungen an ein modernes Spital nicht mehr. Das neue Bettenhaus besteht aus zehn Geschossen und beherbergt nicht nur Patientenzimmer, sondern auch neue Operationssäle, Dialysestationen und eine Neonatologie.

Damit das Bettenhaus reibungslos funktioniert, braucht es Platz für die Technik. Die Untergeschosse umfassen die meisten Technikräume für Heizung, Lüftung, Kälte, Sanitär und Elektro. Die aufbereiteten Medien werden mittels begehbaren Steigzonen vertikal in die Geschosse verteilt. Die einzelnen Räume werden anschliessend horizontal über Abhangdecken und Installationswände erschlossen. Es gibt aber auch noch Medien der Sanitärversorgung oder Medizinalgase, welche noch immer im Bestandsbau erzeugt werden und mit einem Ring im Technikkorridor mit dem Neubau vernetzt werden.

Welcher Moment bleibt dir in besonders guter Erinnerung?

Im 3D-Modell wird jedes Geschoss mit einem sogenannten «Kollisionstest» überprüft. Dabei zeigt sich, wo sich Medienkanäle in die Quere kommen. Anfangs wurden bei diesen Tests hunderte von Fehlern angezeigt. Jedem Fehler musste einzeln nachgegangen werden. Mit jedem Geschoss hat sich die Fehlerzahl aber reduziert. Als bei der letzten Prüfung die Kollisionsmenge «null» angezeigt wurde, war dies doch ein besonderer Moment.

 

Haben Sie Fragen zum Projekt KSW?

Möchten Sie mehr zur Erweiterung des Bettenhauses des Kantonsspital Winterthur erfahren? Oder planen Sie ein ähnliches Vorhaben, welches Sie diskutieren möchten? Ich stehe Ihnen gerne unverbindlich zur Verfügung.

Markus Iten
Projektleiter Sanitär / Koordination

Eidg. dipl. Techniker HF Gebäudetechnik


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